Cybermobbing

Was ist Cybermobbing

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing ist nicht erst seit der Pandemie ein großes Thema. Laut der JIM-Studie 2019 kennen ein Drittel der 12-19-jährigen Fälle von Cybermobbing aus dem eigenen Bekanntenkreis. Es wurde nun deutlich, dass durch die Kontaktbeschränkungen mehr Zeit im Internet verbracht wird als zuvor und dadurch die Fälle von Cybermobbing anstiegen, wie das Bündnis gegen Cybermobbing e.V.  in Kooperation mit der TK in der bisher größten Studie zum Thema Cybermobbing herausgegeben haben. Wie also können wir präventiv dagegen vorgehen oder Betroffene unterstützen? 

Von Mobbing spricht man, wenn jemand über einen längeren Zeitraum immer wieder von einer oder mehreren Personen schikaniert wird. Nicht jeder kleine Konflikt ist also gleich Mobbing. Mögliche Formen: Ausgrenzung, Beleidigung, Verspottung, Bedrohung, Gerüchte werden verbreitet oder körperliche Gewalt angewendet. Cybermobbing ist eine spezielle Art des Mobbings. Findet Mobbing über Internet, Smartphone oder andere digitale Medien und Geräte statt, spricht man von Cyber-Mobbing. Cybermobbing hat eine größere Dimension als das Mobbing auf dem Schulhof. Es kann Rund um die Uhr stattfinden und läuft oft anonym ab.

Wie erkennt man Cybermobbing?

Da von Mobbing betroffene Kinder und Jugendliche sich oftmals zurückziehen, ist es schwer als Außenstehende Person Cybermobbing bzw. eindeutige Symptome zu erkennen. Bei einem Verdacht sollte man u.a. auf folgende Dinge achten: Rückzug, Zerbrechende Freundschaften, Leistungsabfall, Vermeidungsverhalten, Isolation, Fehlzeiten bis hin zu Schulverweigerung.

Nicht jeder dieser Punkte spricht gleich für Cybermobbing. Festigt sich der Verdacht, sollte einfühlsam auf die Person zu gegangen werden, um ein Gespräch zu suchen.

Wie kann man präventiv handeln?

Sucht immer wieder das Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen über ihr Mediennutzungsverhalten und ihre Erfahrungen im Umgang mit dem Internet. Sie reden meistens gern und offen darüber und man bekommt dabei einen guten Eindruck, was sich in der virtuellen Parallelwelt der Kinder und Jugendlichen abspielt. Es ist sinnvoll, die Kinder und Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, welche Informationen und Daten sie online von sich preisgeben sollten und welche eher nicht, denn schließlich laufen wir auch nicht durchgehend mit einem großen Info-Schild mit Handynummer oder Beziehungsstatus auf dem Rücken durch die Stadt. Thematisiert dabei auch die Möglichkeiten der Privatsphäreeinstellungen in den Apps („öffentlich“ vs. „privat“). Weiterhin sollten Kinder und Jugendlichen darauf hingewiesen werden, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, welche Inhalte geteilt werden dürfen und wann Rechtsverletzungen vorliegen.

Wie geht man mit Cybermobbing um?

Die von Mobbing betroffenen Personen reagieren sensibel auf ihr Umfeld. Um Hilfe anzubieten, ist es wichtig einen sicheren Raum zu schaffen, in dem sie sich sicher fühlen und sich öffnen können. Es ist sehr wichtig, dass die betroffene Person mit einer Vertrauensperson wie Freund, Elternteil, Erzieher*in oder Lehrkraft über den Vorfall spricht, um dann gemeinsam Lösungswege zu entwickeln. Alle Kinder und Jugendlichen sollten auch auf die folgende direkte Hilfemöglichkeiten hingewiesen werden: Direkte Hilfe für Kinder und Jugendliche bietet das Beratungsteam auf www.juuuport.de oder die anonyme „Nummer gegen Kummer“ unter der Telefonnummer 116111 an.

Bei einem Vorfall wendet man sich am besten auch an die Betreiber der Internetplattform, um ggf. Bilder o.ä. von der Website löschen zu lassen. Blockierfunktionen der Social Media-Plattformen sollten benutzt werden, sowie Meldesysteme für anstößige Inhalte. Wenn man den Vorfall dokumentiert, hat man entsprechende Beweise. Macht Screenshots, speichert E-Mails, Chatprotokolle, SMS, sowie Filme mit Datum und Uhrzeit. Bei schweren Verstößen kann es sinnvoll sein die Polizei einzuschalten.

Wo gibt es mehr zu diesem Thema?

Es gibt zahlreiche Seiten und Anlaufstellen über das Thema Cybermobbing. Gut eigenen sich die Seiten von Klicksafe und dem Profiling-Institut, die beide auch als Quelle für diesen Text dienten.

Ihr könnt euch natürlich jederzeit bei uns melden, wenn ihr präventive Projekte dazu in eurer Einrichtung realisieren wollt. Schreibt uns dazu gern unter der info(at)multimediaszene.de an.